10 Gründe, warum Gruppen-Diskussionen in Trendforschung bis Marktforschung nicht tot sind

Heute morgen kam aus unserem professionellen Netzwerk die Frage, ob denn das Forschungs-Format der Gruppendiskussion in Trendforschung bis Marktforschung „noch relevant“ sei – gerade weil ja dieses Format schon so alt sei.

Meine Antwort: Ja, auf jeden Fall.
Warum? Hier die Begründung:

Wenn wir wissen wollen, wie einzelne Menschen (z.B. Konsumenten oder Menschen in Unternehmen) entscheiden, dann befassen wir uns mit unbewussten und bewussten Motivationen von Menschen innerhalb ihrer sozialen Gruppen, sprich: Unternehmen, Teams, Zielgruppen (!) und Gesellschaften.

Gruppendynamiken (in der Gruppe, wie auch im weiteren sozialen Umfeld der Gruppen, zu denen eine Person gehört) entscheiden Konsumprozesse. Erkenntnisse aus Behavioral Economics bis Neurowissenschaften zeigen: 95-99% der Entscheidungen eines Menschen werden nicht bewusst gefällt, sondern werden unbewusst durch die Einflüsse aus dem sozialen Umfeld bis zu jenen aus sozialen bis psychologischen Prägungen gesteuert.

Das bedeutet: Jede Entscheidung – ob im Konsumverhalten, im Marketing oder in internen Unternehmensstrukturen – wird nicht durch die einzelne Person gefällt, sondern durch die Gruppe.
Damit sind Gruppen-Diskussionen wie auch sämtliche gruppendynamisch geprägten Forschungs- und Beobachtungsmethoden nicht nur für die Trend- und Zukunftsforschung, sondern auch die Marktforschung aktuell und in Zukunft wichtiger Teil für Forschung bis Beratung und Unternehmensstrategien.

Das früher mal viel (herbei-)zitierte Prinzip des „Homo Oeconomicus“, der stets rational entscheidet, wann er wie konsumiert oder weitere (finanz- bis wirtschaftsrelevante) Entscheidungen fällt, hat es nie gegeben. Die Forschung zeigt, dass bei nahezu jeder Entscheidung der soziale Kreis mit entscheidet. Ob das nun Freunde, Familie, Elternhaus, Stadtviertel, Hausnachbarn, Sportkollegen, Arbeitskollegen, die Büro-Kollegen oder auch die regionale Mentalität oder ein Brand Fandom sind – wer entscheidet?

Entscheider sind immer „wir“ bzw.:
„ich + mein Umfeld + meine Herkunft“.

Für die Praxis in Unternehmen bis Marketing und Development bedeutet es:
Sie möchten Ihre Marke, Ihr Unternehmen, Ihr Produkt oder Ihr Marketing erfolgreich ausrichten?

Hier 10 Wege, wie Sie Gruppen-Entscheidungen nutzen, um Ihre Zielgruppen und Ziel-Personen zu motivieren oder zu erreichen:

  1. Sprechen Sie mit der Gruppe und dem persönlichen sozialen Umfeld Ihrer Zielkonsumenten
  2. Schaffen Sie Gruppen-Identitäten
  3. Bauen Sie Fans und Fan-Marken und -Kampagnen auf
  4. Machen Sie soziale Interaktion möglich – in Marketing und Werbekonzept oder im Produkt-Konzept
  5. Ermöglichen Sie stabile Grundlagen sogar für weitreichend wirkende Innovations-Projekte durch Berücksichtigen und Einbetten sozialer Faktoren
  6. seien Sie „gruppen-sozial“ und werden Sie selbst Teil der Gruppe (als Marke, per Marketing, per Social (!) Media, als Führungskraft und Business Developer, als Strategic Manager oder dergleichen mehr)
  7. Erfahren Sie mehr über die Wünsche und Bedürfnisse Ihre Zielgruppen und Konsumenten, indem Sie deren Umfeld kennenlernen und analysieren – durch Trend- und Marktforschung z.B.
  8. Nutzen Sie Ihre Ziel-Gruppen und deren Soziale Dynamiken
  9. und: Schaffen Sie soziale Werte, echte Werte, mit denen sich auch andere gerne identifizieren und die dann beispielsweise von Ihren Kunden oder Ihren Teams und Kollegen weitergetragen werden.
  10. Das soziale Echo trägt Ihre Marke, Ihr Unternehmen und Ihre Botschaft und Mission weiter zu Ihren Kunden.

Soweit hier kurz gefasst 10 wichtige Motivations-Treiber.

Es gibt noch mehr Faktoren und Insights, die für Konsum, Zielgruppen, Unternehmen und Trend-Einsatz wichtig sind.
Sie möchten mehr? Tauschen wir uns aus:

Hier unten in den Kommentaren – oder hier! 

 


Image: Women with smart phone: Thank you to: Garry Knight, CC BY SA; shopping guy: CNC, public domain

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„Wir danken Ihnen! Es war ein toller Vortrag!“
 
Simone Hopf, PR-Club Hamburg

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