Behavioral Economics: Ist neutrale Marktforschung überhaupt möglich?

Handshake1.svg

Aufgrund einer aktuellen Diskussion auf dem XING-Netzwerk in der dortigen Marktforschungs- und Trendforschungsgruppe ein paar Gedanken zur herkömmlichen Marktforschungs-Methodik:

Wie misst man die Meinung und Einstellung der Menschen am besten, wie gerade die „nicht-rationalen Indikatoren“? Gerade, weil wir durch Forschungen und belegte Erkenntnisse der letzten Jahre aus Behavioral Economics, Neurowissenschaften & Co. wissen, dass Menschen nahezu nie rational entscheiden.

Der sogenannte „homo oeconomicus“, der für die Märkte und Ökonomen, sowie auch für jene diese These unterstützenden Marktforscher galt, hat nie existiert. Menschen werden in ihren Entscheidungen immer durch „nicht-rationale“ Faktoren beeinflusst: Welche Einstellungen ihren Freundeskreis definieren, ihre Erziehung, ihr soziales Umfeld, ihren Status, ob sie hungrig sind oder nicht, sogar ob sie beispielsweise Schokolade gegessen haben und dadurch guter Stimmung sind oder ob ihnen der Fastfoodburger mit Pommes und Cola von heute mittag noch im Magen liegt … und viele, viele Faktoren mehr.

Das ist die wahre Herausforderung für die soziale Trendforschung wie auch die Marktforschung und Konsumforschung.

Aus den Behavioral Economics-Wissenschaften und dortigen Erkenntnissen wissen wir außerdem, dass Menschen viel leichter beeinflussbar sind, als es für die klassische Marktforschung früher erkennbar war. Und damit spielen die Befragungsfaktoren eine viel größere Rolle, als man vor einigen Jahren noch annahm: Vieles hängt also auch vom sozialen Befragungsumfeld ab: Persönliche Interviews auf der Straße oder im Studio durch Männer oder Frauen welcher Altersgruppen, oder per Online-Befragung (PC oder Mobil?), telefonisch oder schriftlich? Wie wir diese Faktoren umsetzen, spielt eine entscheidende Rolle für ein möglichst objektives Ergebnis.

Ich frage mich, auch aus der Erfahrung heraus sowie aus Erkenntnissen und Austausch im internationalen Forschungs-Umfeld, ob da die reine neutrale Beobachtung menschlichen Verhaltens (bei Zielgruppen, Teams, Märkten, etc.) nicht besser ist als die direkte Befragung.

Wie ist eure Meinung, liebe Leser?

 

 

Testimonials

„Mein Ansprechpartner beim Kunden hat mir noch einmal bestätigt, dass wir sehr gut hinsichtlich Strategie und Konzept überzeugt haben. (…) Noch einmal ganz herzlichen Dank für eure exzellente Arbeit.“
Markus Keller, Geschäftsführer (CFO/CTO), Proximity Germany GmbH

Events


92. Trendtalk am 5.9.2019 zum Thema "Neue Wirtschaftsmodelle im Trend - Plurale Ökonomie bis lokale Genossenschaft?" - Hier via XING anmelden oder per Kontaktform an Trendquest

Zum 91. Trendtalk vom 1.8.2019 mit Thema "Nachhaltiges Fintech, Öko-Finanz & -Banking" hier die Präsentation zum Download sowie ein Kurzinterview mit Max Klar, Generation Z, auf YouTube:

Trendtalk® - seit Januar 2012 monatlich immer am ersten Donnerstag des Monats.
Talk, Experten-Diskussion, Networking.
2019er Termine: 5.9., 17.9., 10.10., 7.11., 5.12. - Jetzt vormerken