AfD, Pegida, etc. – Politischer Rechtsruck keine Überraschung und lange vorhersehbar

Crisis-of-Politics-and-Ethical-Values.New-Classic-Metatrend

Der politisch konservative Rechtsruck war lange vorhersehbar.

Leider ist diese Entwicklng wie auch die Wahlgewinne der AfD nicht überraschend. Dieser Trend war sehr lange vorhersehbar. Seit Beginn der Jahrtausendwende zeigt sich ein zunehmender Trend zum Konservativen. Die alten Macht- und Gesellschaftsstrukturen funktionieren nicht mehr vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen an die Menschheit. Und auch instransparente linear-kontrollfixierte Organisations- und Hierarchiestrukturen funktionieren nicht in zunehmend stärker vernetzten sozialen Systemen und flacher vernetzten Infrastrukturen.

Und es gibt viele gute Gegenbewegungen. Doch die aufkommenden guten Innovationen und sozialen Errungenschaften und Werte wie auch jene diese Werte lebenden Generationen sind noch zu klein, zuwenig etabliert und werden ihre Zeit des Wachstums brauchen – doch diese gilt es, zu stärken.

Hier sind wir alle gefordert, jetzt endlich aktiver mit solchen negativen Entwicklungen umzugehen. Durch viele neue Erkenntnisse der letzten Jahre über soziale Strukturen und Gruppendynamiken in Gesellschaften, Staats- und Regierungsformen und Politik haben wir die Möglichkeiten (auch durch die Erkenntnisse der Behavioral Economics), unsere soziale Evolution auch mal von außen zu betrachten und zu reflektieren.

Nahezu alle quasi monarchistisch-zentralisierten Wirtschafts- und Politik-Systeme stehen vor diesen großen Herausforderungen. Und zentralisiert sind leider noch sehr viele Unternehmen, Staatsformen, und selbst an der Basis noch eher demokratisch funktionierende Parteistrukturen leiden oft darunter – Machtmenschen, die von den alten Patriarchen erzogen wurden, bestimmen damit eben auch die Strukturen. Denn viele grundlegende Prinzipien in Wirtschaft und auch mancher Politik haben sich seit Ende der Monarchien nur wenig und nur langsam geändert.

In diesen sich für viele Menschen unsicher anfühlenden Übergangszeiten flüchten Viele (gerade auch die von den alten Strukturen vernachlässigten Bevölkerungsgruppen und -schichten) in vermeintlich sichere und traditionell stabile Werte und die Orientierungs-Versprechen der Alte-Werte-Anführer.

Das Bedürfnis nach den schönen alten klassischen retro-orientierten Werten scheint als kulturelle Anzeichen harmlos – ob in Hipster-Fashion und Extrem-Stilen, Swing-Tanz-Welle, authentisch-rustikalen Shabby-Chic-Bar- und Restaurant-Interieurs, 30er-Jahre-Bars oder Krönchen und 1890er- bis 1940er-Jahre-Monarchie-Militaria-Designsymbolen auf Werbeplakaten bis Rote-Flora-Plakaten und Kronleuchtern bis Handy-Krönchen und Kaiser-Wilhelm-Bärten, von Heimat-Werbung bis Home-and-Garden-BIedermeier – aber unter der unbewussten Sehnsucht nach guten alten Werten und Orientierungshilfen schwelte die Verunsicherung, die Suche nach Führung und nach Extremismen, ob sichtbar in Guttenberg-Image-Brüchen oder globalen Machtspielen mit Superhelden-Bedarf und manchen dem nacheifernden Politikern.
Das war durchaus vorhersehbar.

Schauen wir auf die die langfristigen unterschwelligen Anzeichen und Trends unserer Gesellschaft. Jede menschliche Gesellschaft, heutzutage in Zeitabläufen noch verstärkt durch auch eine zunehmende globale soziale Vernetzung der Menschheit, hat ihre Seele und ihre Psyche. Da gibt es gesellschafzlich-globale Wünsche, Ängste, Sehnsüchte, Bedürfnisse und Stimmungen. Und diese lassen sich erkennen und aus ihnen lassen sich gbale bis regionale soziale Stimmungen und Verhaltensmuster bis Trends erkennen und vorhersagen.

So geht es jetzt darum, nahezu gleichzeitig die in die Ecke gedrängten Ängste und Machtinstinkte und nicht mehr wirkenden Hierarchie-Strukturen zu handhaben und deren mögliche Extrem-Reaktionen zu bändigen und auf diese vorbereitet zu sein – und wiederum gleichzeitig dau die neuen Gesellschaftsmodelle zu fördern, aufzubauen und zu stärken, mögen diese neue Sharing-Konsum- und Produktions- und Lebens-Modelle sein oder die neu aufkommenden sich ändernden Arbeitswerte in Unternehmen und deren Strukturen bis hin zu vielen weiteren vernetzten Modellen und Lösungsansätzen, die Wege schafen, wie unsere Zukunft besser funktioniert.

Es geht darum, mit diesen für Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, religiöse bis spirituelle Werte, Ethiken und Lebensformen in einer sozial und wertebezogen wie auch infrastrukturell und sozial nachhaltig vernetzten menschlichen Welt nachhaltig Gutes und Neues zu schaffen. Es geht darum, so für neue echte Stablität und positive Nachhaltigkeit und eine prosperierende Zukunft sorgen.

Denn das ist es, was wir können – regional bis global:

Zukunft schaffen.

 


 

 

Fußnote zur Vorhersehbarkeit:

  1. Zurück zu alten Werten, New Classic Metatrend: https://www.trendquest.eu/services/trends-forecasts/metatrend-neue-klassik-zuruck-zu-klassischen-werten/ mit all ihren Auswirkungen;
  2. sowie die altbekannten Entwicklungszyklen der menschlichen Zivilisationen, die zB in Teilen Nikolai Kondratjew beschrieben hat (und der deswegen von Stalin ermordet wurde, weil gemäß der damaligen kommunistisch-sozialistischen Vision und dann später gemäß Stalins Doktrin die Menschheit über solchen soziobiologischen Entwicklungswellen und damit außerhalb der vernetzten Natur zu stehen hatte) https://de.wikipedia.org/wiki/Kondratjew-Zyklus

 

 

2 Kommentare
  1. Hallo Matthias, welche Gegenbewegungen meinst Du, wer und wie kann man sie stärken, Deiner Meinung nach? Und wie schaffen wir Zukunft – im Sinne der aktuellen Gegenbewegungen? Wo sind konkrete Projekte, bei denen ich mich / man sich engagieren kann?

    • Hallo Heike, zum Einen denke ich, sollte man die Darstellung von Fakten hervorheben. Die logische Tatsache, dass in einer zunehmend sozial und wirtschaftlich vernetzten Welt nur Zusammenarbeit hilft nicht gegenseitige Isolation. Wir Menschen sind bereits dermaßen global untereinander verbunden (globale Infrastruktur bei Energie, Logistik, Kommunikation, Medien, Social Web, diplomatische politische Verbindungen, Handel, Konsumgüter, und viele weitere Waren aller Art), dass eine eher konservativ-striktere Abgrenzungspolitik direkt und indirekt nachteilig ist für Staaten und ihre eigene innere und äußere Stabilität.

      Hier helfen vermutlich viel Aufklärung und gute Beispiele am ehesten. Inforation über Initiativen der Bürger, Transparenz in Entscheidungsstrukturen, gute Beispiele schaffen, menschliche Werte leben, und natürlich manchen Veränderungen scheuenden bis konservativeren Unternehmen wie auch Regierungen durch funktionierende aktuelle und neue Alternativen zeigen, dass beispielsweise Unternehmen, die mit Prinzipien des vernetzten Wirtschaftens mit selbst-organisierten und selbst Entscheidungen treffenden Mitarbeiter-Teams, einfach erfolgreicher sind am Markt oder im Zusammenleben.

      Es ist sicherlich nicht leicht für manche Unternehmen und Politikentscheider und Bürger, gerade, wenn man sieht, dass sich manche Dinge scheinbar viel schneller verändern also vor beispielsweise 20 – 30 Jahren. Das macht manche Menschen unsicher.

      Nur, in Zeiten wie diesen, mit einer derart stark zunehmenden Verbindung der Menschen und Völker untereinander, ist es wichtig, einander zu helfen, den Zögernden den ihrer Art ggf. erforderlichen Respekt zu zollen, und ihnen auch zu zeigen, dass sie ihre Identität und ihre Positionen im Leben nicht verlieren, sondern dass sie diese gerade durch vernetzte Strukturen umso besser kommunizieren können – und dennoch sich drch den Austausch bereichern können.

      Unsicherheiten und Ängste gehen nur weg, wenn man zeigt, welche Erfolge und guten Taten und DInge möglich sind, wenn man zeigt, dass viele geliebte bis traditionsgelebte Werte nicht verloren gehen, nur eben bei Anderen vermutlich auch anders gelebt werden.
      Wege und Hilfen dazu: Bildung, AUsbildung, sozialer Austausch, Respekt, Ethik, Spirituelle Werte, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft, Gemeinschaft, Sicherheit, Orientierung, Stabilität …
      Und dass die Mehrzahl der Menschen auch eben dies möchte, sieht man zum Einen als Beispiel an der großen Hilfswelle für die Flüchtlinge in Deutschland, die z.B. in 2015 stark sichtbar wurde. Man sieht auch, dass viele der Diskussionen in Medien, auf der Straße oder unter Freunden eigentlich keine rein politischen Diskussionen sind sondern Gespräche und Fragen zu unseren eigene ethischen Werten. Fragen dazu, was uns selbst definiert in einer sich chnell wandelnden Welt. Viel Veränderung führt zu viel Fragen nach dem eigenen Wert und nach den eigenen Werten – und einige fühlen auch soviel Unsicherheit,dass sie ins Extrem gehen, auch wenn dies nicht nötig ist. Und gerade weil es Werte- und Ethik-Themen sind, die viele Gespräche bestimmen, sieht man, dass gute Fakten-Beispiele gefragt und gewünscht sind. Und dass Bedarf ist, sich zu beteiligen. Zur Gesellschaft beizutragen, gehört zu werden und sichtbar beitragen zu können.

      Diese Entwicklung wird sicherlich noch einige Tage brauchen, bis wir für alles die Lösungen gefunden und geschaffen haben – aber durch Beispiele und Respekt vor Werten und durch Hilfe bei Unsicherheiten und diem oben genannten gemeinsamen Wege lässt sich Einiges tun. Und der Weg in eine weiterhin gute Zukunftsentwicklung bauen.

      Matthias

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